Die Jugend der Beine bewahren

Dr. Valérie Leduc

Angiologe, Ästhetische Angiologie, La Réserve, Bellevue

August 25, 2022

Die Beine sind einer der wichtigsten Teile unseres Körpers und sollten auch als solche behandelt werden. Die Erhaltung der Jugendlichkeit der Beine sollte auf der Liste der Dinge stehen, die jeder tun sollte. In den letzten Jahrzehnten hat die Zahl der Venenerkrankungen stark zugenommen. Das venöse System ermöglicht den Rückfluss des Blutes aus den Extremitäten zum Herzen und zum Lungenkreislauf. Venöse Ineffizienz bedeutet, dass das Venensystem nicht in der Lage ist, seine Aufgaben zu erfüllen. Die Symptome sind Schweregefühl in den Beinen, Kribbeln, Krämpfe und mehr. Vorbeugende Maßnahmen bestehen darin, kälter zu duschen, nicht zu lange an einer Stelle zu stehen, regelmäßig Sport zu treiben und vieles mehr.

Möchten Sie mehr erfahren? Lesen Sie weiter im Artikel von Dr. Valérie Leduc.

Der 50. Geburtstag gilt heute längst nicht mehr als Beginn des Seniorendaseins. Uns steht ein ganzes Arsenal an Möglichkeiten zur Verfügung, um die Folgen des Älterwerdens hinauszuzögern und unsere körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu bewahren.

Ob für das Gesicht, die Haut, die Figur, das Herz-Kreislauf-System, das Muskel-SkelettSystem, durch eine gesunde Lebensweise oder die Nutzung von Präventivmedizin und ästhetischer Medizin… Es gibt zahlreiche Optionen, um so lange wie möglich jung zu bleiben. Das gilt auch für unsere Beine und für das venöse System, das sie durchzieht. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat die Anzahl der Männer, die an Venenerkrankung leiden, stark zugenommen (26 % sind von einer Veneninsuffizienz betroffen). Sie stellen 15 % aller Phlebologie-Konsultationen, im Vergleich zu 5 % in den 1980er-Jahren.) Übergewicht ist ohne Zweifel bei beiden Geschlechtern ein begünstigender Faktor. Die vermehrte Berufstätigkeit von Frauen gilt ebenfalls als Risikofaktor. Trotzdem werden fortgeschrittene Entwicklungsstadien dieser Krankheit immer seltener.

Ein Abstecher in die Pathophysiologie

Unser Venensystem ermöglicht die Rückleitung des Blutes von den Extremitäten zum Herzen sowie die Durchblutung der Lunge, wo das Blut mit neuem Sauerstoff versorgt wird. Bei einer Veneninsuffizienz ist der venöse Rückfluss zum Herzen gestört und die Vene kann ihre Rolle bei der Rückleitung des Blutes nicht mehr erfüllen. Die Alterung einer Vene führt zur Veränderung der Menge und der Qualität der Kollagen- und Elastinfasern in den Venenwänden. Sie geht ausserdem mit einem Rückgang der Muskelzellen einher, die dafür sorgen, dass sich die Venenwand zusammenzieht. Veneninsuffizienz ist bei Frauen weiter verbreitet, vor allem, wenn sie mehrere Kinder bekommen haben, übergewichtig sind und viel Zeit im Sitzen verbringen. Auch die Genetik spielt eine Rolle: Es kann eine familiäre Veranlagung vorhanden sein, die zur Entstehung der Veneninsuffizienz beiträgt.

Die Symptome

Häufige Symptome einer Veneninsuffizienz sind schwere Beine, ein Engegefühl, Kribbeln, Krämpfe, Restless-Leg-Syndrom (Ruhelosigkeit) … Es können Ödeme an den unteren Gliedmassen (geschwollene Beine am Abend), Krampfadern (knotig-erweiterte Venen) und Besenreisser auftreten, die durch schwache Gefässe verursacht werden. Diese Symptome werden durch einen Anstieg des Blutdrucks im Venengeflecht begünstigt.

Die Komplikationen

Durch die Erweiterung der Venen verändert sich die Haut, in einem fortgeschrittenen Stadium können sich Geschwüre bilden und Krampfadern können platzen. Variköse Geschwüre (Krampfadergeschwüre) sind heutzutage praktisch verschwunden, da eine Veneninsuffizienz frühzeitig und wirkungsvoll behandelt werden kann. Ein weiteres grosses Risiko ist eine Venenthrombose. Durch die Erweiterung der Vene und die Veränderung der Gefässwände wird der Blutfluss verlangsamt (Stase) und die Blutgerinnung wird aktiviert, was zur Bildung von Blutgerinnseln führen kann.

Die Folgen der Menopause für das Venensystem

In den Wechseljahren wird die Progesteron-Ausscheidung immer geringer, während weiterhin Östrogen produziert wird. Diese Östrogendominanz hat verheerende Folgen für die Durchblutung: geschwollene Knöchel und Beine aufgrund eines Flüssigkeitsaustritts in den Kapillaren, erweiterte Venen und Entstehung von unschönen Besenreissern. Eine Hormonersatztherapie während der Menopause hat zwar positive Auswirkungen auf die Haut, die Muskeln, die Blasenschleimhaut und die Genitalschleimhäute, die Knochenmasse und das Herz-Kreislauf-System, kann zuvor bereits vorhandene Geschwüre und/oder Krampfadern jedoch verschlimmern. In diesem Fall ist eine therapeutische Behandlung durch einen Angiologen unverzichtbar.

Vorbeugende Massnahmen

Anpassung der Lebensweise im Alltag:

• Sämtliche Wärmequellen vermeiden: Fussbodenheizung, Sauna und Hammam, warme Bäder (Beine aus der Badewanne nehmen) usw.; generell kaltes Wasser und kühle Temperaturen bevorzugen (Beine kalt abduschen)

• Zu langes Stehen vermeiden

• Regelmässige Bewegung: Gehen, Velofahren, Schwimmen …

• Die Beine so früh wie möglich hochlegen (vor dem Fernseher, beim Lesen …) und das Bettende hochstellen

• Die Beine von den Knöcheln bis zum oberen Teil der Oberschenkel mit einem belebenden Venen-Gel (Kampfer, Menthol …) einreiben

• Täglich Gymnastikübungen machen, um den venösen Rückfluss zu verbessern: ausgestreckt auf den Rücken legen, Beine vertikal, Knöchel strecken/beugen und drehen

• Verstopfung vorbeugen (viel Wasser trinken, ballaststoffreich essen …)

• Übergewicht bekämpfen

• 3 – 4 cm hohe Absätze tragen (weder flache, noch hohe Schuhe)

Behandlungsmöglichkeiten

– Wenn die Symptome den Patienten stark beeinträchtigen, können Schmerzen und Ödeme durch Kompressionsstrümpfe der Klasse 1 oder 2 gelindert werden.

– Werden bei der klinischen Untersuchung und dem farbigen Doppler-Ultraschall (Ultraschalluntersuchung der Venen und Aufzeichnung des Venenflusses) Krampfadern festgestellt, kann die Behandlung fallabhängig einen chirurgischen Eingriff (Phlebektomie) und/oder eine Sklerotherapie (Injektionen von austrocknenden Mitteln in die kranke Vene) umfassen.

– Krampfadern (knotig-erweiterte, oberflächliche Venen) sind zwar ästhetisch sehr störend, aber nicht gefährlich. Sie bereiten den Betroffenen häufig trotzdem Probleme, da sie die Beine deutlich älter aussehen lassen (Omabeine). Die Sklerotherapie (Verödung) sorgt kurz- und mittelfristig für sehr gute Ergebnisse, vorausgesetzt, es werden zuerst die Venen behandelt, die die Krampfadern versorgen. Mit dem Venenlaser können lediglich einzelne und sehr feine Krampfadern entfernt werden. Durch die Hitze werden die geplatzten Kapillaren verschlossen. Die Entfernung aller Krampfadern erfolgt jedoch nur, wenn dies medizinisch indiziert ist.

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